Märzerwachen!

Märzerwachen!

Märzerwachen!

Ein angenehmes Erwachen ist es. Im März beginnen die Pflanzen zu spriessen und die Blumen zu blühen. Die Tage werden stetig länger und die Nächte langsam kürzer und die Temperaturen wechseln von kühl zu warm. Die Vorfreude auf das Kommende steigt und der Sommer und sein angenehmes Leben sind in scheinbar greifbare Nähe gerückt. Es ist endlich die Zeit des Erwachens in eine angenehmere Zeit, leider noch ohne, dass man diese kommende Zeit eigentlich schon so richtig wahrnehmen kann. Ähnlich verhält es sich mit einem anderen Erwachen, nämlich mit den noch herrschenden Restriktionen der zurzeit zwar abklingenden aber noch vorhandenen Pandemie. Im März beginnen auch die Tage, in denen auch die Lockerungen zu spriessen und zu blühen beginnen. Tage, in denen die Freiheiten hoffentlich stetig länger und die Verbote langsam weniger werden und auch das allgemeine Wohlbefinden von kühl zu warm wechselt.

Leider schwingt etwas Unangenehmes im angenehmen Erwachen mit. Die Herausforderung im Märzerwachen liegt vielleicht in diesem vermaledeiten Satz verborgen: «Leider noch ohne, dass man diese kommende Zeit eigentlich schon so richtig wahrnehmen kann». Was wäre ein Ansatz zu einer Lösung? Vielleicht hilft ein Blick auf einen, der als Holocaust-Überlebender die grossen Nöte seiner Zeit und des Lebens überhaupt erlebt hat: Viktor Frankl (1905-1997, österr. Neurologe und Psychiater sowie Gründer der Logotherapie und Existenzanalyse). Frankl prägte in schwieriger Zeit den Satz: «Ja zum Leben sagen» und er meinte damit den Umgang mit einer unsicheren Zeit: «Wenn wir nicht mehr in der Lage sind die Situation zu ändern, besteht die Herausforderung darin, uns selbst zu ändern.» Und doppelt in diesem Sinne nach: «Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird.» Irgendwie hat er recht, der Viktor Frankl. Zwar lässt sich die Situation leider wirklich nicht ändern, doch kann ich mich selber gegenüber der Situation ändern und mich dafür entscheiden, was ich in dieser Zeit sein will. So gesehen geht es wohl darum, sich einfach an dem zu freuen was da kommen wird. Besser wird es allemal. Ehrlich zugegeben: Es werden sich sicher nicht alle Wünsche erfüllen, doch die Freude an jedem Spriessen und Blühen und die Vorstellung der kommenden Wärme und Freiheit lassen den März und sein Erwachen irgendwie mit anderen Gefühlen wahrnehmen.

So wünsche ich der Leserin und dem Leser des Päscu`s Blog die Vorfreude auf das Kommende!

Herzlichst Pascal Brawand